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Reden, Schweigen

"Ich habe kaum je bereut, zu wenig gesagt zu haben, aber häufig, zu viel."

John Wesley (1703 - 1791)

Platzkonzert und Platzregen – Sommerfest der EMK Region Zimmerberg

[21.8.2016] Dass Meteorologen einen schwierigen Beruf haben und warum sie oft gescholten werden, das konnte man beim Sommerfest der EMK Region Zimmerberg am 21. August erfahren. Am Donnerstag hiess ihre Prognose: Regen. Am Freitag dann: Es wird bewölkt sein, aber trocken. Am Samstag gar: teilweise sonnig, Regenrisiko null Prozent. Also – wir wagten es und feierten unser Sommerfest in Wädenswil auf der Wiese am Züriseeufer.

 

Die Sonne ging am Sonntagmorgen bei strahlend blauem Himmel auf und es war wärmer als angesagt. Festbänke wurden aufgestellt, Lautsprecher installiert, Spiele vorbereitet, Grill und Feuerstelle präpariert. Zwar zogen bald wieder Wolken über den See, aber immer schaute auch die Sonne hervor. Unter der grossen Esche an der Ufermauer fand sich der Brass Band Posaunenchor zusammen und eröffnete das Fest mit einem zünftigen Platzkonzert. Immer mehr Besucher fanden sich ein und mancher Hundebesitzer oder Jogger nahm interessiert Notiz vom Geschehen. Einige Badegäste waren gar schon im Wasser.

 

Um 11 Uhr folgte der Gottesdienst. Passend zur Seekulisse, aber inhaltlich auch herausfordernd wurde die Geschichte aus Matthäus 14 erzählt, in der Jesus und Petrus auf dem See übers Wasser laufen. Schnell wurde deutlich, dass es nicht darum geht, wie man den Zürichsee zu Fuss überqueren kann. An der Geschichte würde sich nichts Wesentliches ändern, wenn Jesus und Petrus geschwommen wären. Es geht vielmehr um Angst, Mut und vor allem: Vertrauen.

 

Just in dem Moment, als diese Geschichte zur Sprache kam, begann es ein wenig von oben herab zu tröpfeln. Beim Lied Nr. 349 sind unsere Gesangbücher nun alle leicht von der Feuchtigkeit gewellt. Wie die Jünger damals auf dem See brauchten wir auch Vertrauen – in diesem Fall in die Prognose der Meteorologen. Und siehe, es hörte wieder auf zu tröpfeln, sogar die Sonne kam zum Vorschein. Nun erbaten wir für diejenigen, die ein neues Schuljahr beginnen – die Schülerinnen und Schüler, die Lehrpersonen, Kindergartenkinder, Studierende, Lehrlinge – den Segen Gottes.

 

Nach dem Gottesdienst wurde der Grill angeworfen und das Lagerfeuer entzündet. Viele hatten etwas zum Picknick mitgebracht und einige extra Kuchen gebacken. Die Kinder tollten über die Wiese und einige versuchten sogar die Fische zu fangen, die im klaren Wasser zu sehen waren. Die Älteren suchten sich einen schönen Platz mit Seeblick.

Dann kam er – der Platzregen. Erst wieder nur ein paar Tropfen, aber auf einmal Bindfäden. Schnell mussten Bücher, Noten, Instrumente und Technik verstaut werden. Das Kuchenbuffet wurde samt Tisch unter ein kleines Dach getragen. Die Skeptiker holten mit stolzen Gesichtern ihre Regenschirme heraus. Die anderen flüchteten an geschützte Plätze. Die Pfarrpersonen beteuerten, dass sie keine Meteorologen sind.

 

Es wurde nichts mehr aus Spielen, Singen und Baden. Die meisten nahmen es mit Humor. Zusammengedrängt und teilweise durchnässt freute man sich aneinander und hatte viel zu reden. Der Imbissstand „Tankstell“ liess etliche Male Kaffee heraus. Immerhin hatte das Wetter ja beim Gottesdienst gehalten, trösteten wir uns.

 

Als die meisten gegangen waren und es ans Aufräumen ging, wurde das Wetter wieder besser. Die nassen Tische und Bänke wurden abgewischt und verstaut. Als alles im Anhänger war, standen noch zehn Personen herum und hatten den Eindruck, dass sie eigentlich noch Zeit übrig hatten. Bei nun wieder strahlendem Sonnenschein nahmen wir noch einmal beim Imbisstand Platz. Die Stimmung war bestens und wir waren uns einig: Dass wir das Sommerfest am See durchgeführt hatten, war trotzdem die richtige Entscheidung. Platzkonzert und Gottesdienst hatten ja stattgefunden. Und der Platzregen wird auch noch lange in Erinnerung bleiben. Man kann zwar nicht immer auf die Meteorologen vertrauen, aber immer auf Gott.

 

Stefan Weller

 

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