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Reden, Schweigen

"Ich habe kaum je bereut, zu wenig gesagt zu haben, aber häufig, zu viel."

John Wesley (1703 - 1791)

Donnerstag 18. Mai 2017 15:13Alter: 191 days
/ Kategorie: Europa, JK CH-F

Gott an unvermuteten Orten begegnen

Von gestern Mittwoch bis Sonntag tagt die Ostdeutsche Jährliche Konferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in Chemnitz. Gemäss dem Thema der Tagung „im Fremdem Gott erfahren“ liessen die Delegierten heute das traditionelle theologische Referat aus und suchten stattdessen Orte in Chemnitz auf, die ihnen bisher fremd waren.

Rund 150 Delegierte versammelten sich gestern zur Ostdeutschen Jährlichen Konferenz (OJK) der EMK aus Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Während gestern die Eröffnung erstmals unter der Leitung des neuen Bischofs Rückert stattfand, wurden die Delegierten heute aus dem gewohnten Konferenzgeschehen herausgeholt.

 

Konferenz geht in die Fremde

 

Insgesamt 18 Gruppen machten sich auf den Weg und eroberten Chemnitz. Ihre Ziele waren Orte, die selbst den Chemnitzern nicht sonderlich vertraut sind. Sie besuchten unter anderem die Wohnungslosenhilfe der Stadtmission, die Justizvollzugsanstalt, das Technische Hilfswerk, die Jüdische Gemeinde, den Islamischen Kulturverein, das Gehörlosenzentrum, der Chemnitzer Sitz eines internationalen Konzerns, die Bahnhofsmission, die Rettungswache, eine Werbeagentur, ein Stadtteilzentrum und die AG In-und Ausländer. Die Erfahrung des Fremden wurde dadurch verstärkt, dass sich die Teilnehmenden ihre jeweiligen Zielorte nicht aussuchen konnten.

 

18 Schreibgespräche statt ein Referat

 

Sich bewusst zu machen, dass Gott an all diesen Orten gegenwärtig ist, veränderte den Blick und den Umgang mit dem Fremden und den Menschen in ihrer besonderen Situation.

 

Für eine der Gruppen war der Besuch einer Anlaufstelle für Chemnitzer Prostituierte besonders eindrücklich. Die Initiative einer Frau, die selbst über Jahre ihren Körper verkauft hatte und durch den Glauben an Jesus Christus ihr Leben neu beginnen konnte, führte den Besuchern und Besucherinnen vor Augen, wie wichtig es für die Betroffenen ist, über ihre eigene Not, Angst und trostlose Situation zu reden und dabei glaubwürdig von guten Erfahrungen mit Jesus Christus zu hören. Fernab von moralischer Verurteilung wird den Menschen eine Oase der Liebe mitten in den Niederungen unserer Gesellschaft angeboten.

 

Zum Abschluss der Exkursionen sammelten und teilten die Konferenzmitglieder ihre Erfahrungen mittels insgesamt 18 Schreibgesprächen. Die Ergebnisse wurden zusammengestellt und bilden in diesem Jahr das Manuskript des theologischen Referats.

 

Quelle: www.emk-ojk.de


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