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Glauben

"Glaube an Christus ist nicht bloss eine Sache des Denkens oder der Vernunft, nicht eine lebensleere Zustimmung, nicht eine Kette von Vorstellungen im Kopf – er ist auch eine Einstellung des Herzens."

John Wesley (1703 - 1791)

Montag 13. November 2017 09:11Alter: 12 days
/ Kategorie: Weltweit, JK CH-F

Drei Vorschläge für die Zukunft der EMK

Der Bischofsrat der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) veröffentlicht drei Varianten für einen Weg in die Zukunft der weltweiten EMK und mahnt zu respektvollem Gespräch.

Bischof Bruce R. Ough, derzeitiger Präsident des EMK-Bischofsrats, an der Sitzung von letzter Woche.

Der weltweite EMK-Bischofsrat traf sich letzte Woche zu seiner fünftägigen Herbstsitzung in North Carolina im Südosten der USA. In einer geschlossenen Sitzung wurde die Vorlage beraten, die von der Kommission „Ein Weg in die Zukunft“ vorbereitet worden war. Die Kommission hat den Auftrag, dem Bischofsrat Vorschläge zu unterbreiten, wie in den Auseinandersetzungen über Fragen zur menschlichen Sexualität, insbesondere die Ordination Homosexueller und die Segnung homosexueller Lebensgemeinschaften, ein Weg gefunden werden kann, der die Einheit der weltweiten EMK trotz unterschiedlicher Sichtweisen bewahrt.

 

Drei Vorschläge mit unterschiedlichen Konsequenzen

 

Für die Erarbeitung der jetzt vorgelegten Entwürfe waren laut Presseerklärung des Bischofsrats die Werte Auftrag, Einheit, Freiraum und Kontextbezogenheit („mission, unity, space and contextuality“) der kirchlichen Arbeit grundlegend. Einer der Entwürfe bestätigt den aktuellen Wortlaut der EMK-Kirchenordnung und legt grossen Wert auf die zuverlässige Anwendung. Dabei sind besonders die Passagen der Kirchenordnung im Blick, die „homosexuelle Handlungsweisen als unvereinbar mit der christlichen Lehre“ beschreiben und Feiern für gleichgeschlechtliche Paare untersagen. Ein weiterer Entwurf entfernt diese Passagen aus der Kirchenordnung und will die Fragen zur Homosexualität im jeweiligen politischen, gesellschaftlichen und kirchlichen Kontext beantworten. In diesem Entwurf wird ausdrücklich betont, dass niemand gegen sein Gewissen gedrängt oder verpflichtet werden könne, gleichgeschlechtliche Menschen zu trauen oder zu ordinieren. Der dritte Entwurf basiert auf einem einheitlichen Kern, der aus einer gemeinsamen Grundordnung, gemeinsam verantworteten Arbeitsbereichen sowie dem Bischofsrat besteht. Aus diesem Kern entspringen verschiedene Zweige der Kirche mit gemeinsamen Werten wie Verbindlichkeit, Kontextualisierung und kirchliches Rechtswesen.

 

In der vom Bischofsrat vorgelegten Presseerklärung wird betont, dass der Prozess, in dem sich die Kommission und der Bischofsrat befänden, noch nicht abgeschlossen sei und zum jetzigen Zeitpunkt weder die Kommission noch der Bischofsrat einen der Entwürfe favorisierten.

 

Achtungsvolles Gespräch für eine hoffnungsvolle Zukunft

 

Für Gespräche über die drei Entwürfe bittet Sandra Steiner-Ball, Bischöfin der im Osten der USA gelegenen West-Virginia-Konferenz und Moderatorin der Kommission, um „Herzen voller Frieden und Offenheit“. Die Vorschläge seien verknüpft mit Erfahrungen und Lebensgeschichten von Menschen der Kirche. Deshalb solle „achtungsvoll“ über diese Entwürfe gesprochen werden. Denn, so Sandra Steiner-Ball weiter, „wenn wir uns abfällig darüber äussern, reden wir abfällig über die Erfahrung oder das Gewissen einzelner Menschen“. Der Präsident des Bischofsrats, Bischof Bruce R. Ough, bittet die Menschen in der EMK um Gebet. „Beten Sie für die Arbeit der Kommission und für die Bischöfe, Gottes Willen für die Zukunft der EMK zu erkennen“, damit es „eine hoffnungsvolle Zukunft“ werde.

 

Nichts Böses tun, Gutes tun, in der Liebe Gottes bleiben

 

In einem bischöflichen Schreiben an alle Gemeinden der EMK bittet der Präsident des Bischofsrats, „unsere Differenzen mit Glaubwürdigkeit und in respektvollen Gesprächen anzusprechen, die unser Verständnis von Gott und voneinander bereichern“. Als Bischöfe und Bischöfinnen hätten sie ihre gegenseitige Verpflichtung erneuert, die Kirche in ihrer jeweiligen Region so zu führen, dass „inmitten von Uneinigkeit und Unsicherheit über unsere Zukunft als Kirche“ dem wesleyanischen Motto „nichts Böses tun, Gutes tun und in der Liebe Gottes bleiben“ mit Leben erfüllt werde, „um einander zu lieben, wie Christus uns geliebt hat“ (Johannes 12,34).

 

Weitere drei Kommissionstreffen geplant

 

Die Weiterarbeit an den Entwürfen sieht vor, dass sowohl aus dem Bischofsrat als auch aus allen Jährlichen Konferenzen der weltweiten EMK Rückmeldungen an die Kommission erwünscht sind und aufgenommen werden. Die Kommission wird sich Anfang nächsten Jahres weitere dreimal treffen um dem im Mai 2018 tagenden Bischofsrat einen Schlussbericht mit Empfehlungen vorzulegen. Für seine endgültige Empfehlung an die Generalkonferenz ist der Bischofsrat nicht an den Kommissionsvorschlag gebunden, sondern kann Änderungen vornehmen oder selbst Alternativen vorschlagen. Die ausserordentliche Generalkonferenz, die vom 23. bis 26. Februar 2019 in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri tagt, wird sich abschliessend mit dem von der Kommission erarbeiteten und vom Bischofsrat vorgelegten Vorschlag befassen und dazu eine Entscheidung treffen.

 

Pressemittleilung des Bischofsrats (englisch)

 

Autor: Klaus Ulrich Ruof, www.emk.de

 

 


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