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Singen

"Wenn Methodisten singen, dann räkeln sie sich nicht oder sitzen dabei in ungehöriger Haltung. Sie singen nicht schleppend und sich mühsam die einzelnen Worte abringend. Sie stehen vielmehr vor Gott und preisen ihn fröhlich und guten Mutes."

John Wesley (1703 - 1791)

Montag 11. Februar 2019 14:56Alter: 8 days
/ Kategorie: Schweiz, Weltweit

«Ehe für alle»? – gesellschaftlicher Trend, aber nicht biblisch!

Weltweit und auch in der Schweiz gibt es unter Methodist/innen unterschiedliche Positionen, wie Homosexualität zu beurteilen und wie mit homosexuellen Personen im Kontext der Kirche umzugehen ist. Werner Eschler sagt, weshalb er die traditionelle Sicht für nach wie vor tragfähig erachtet – und weshalb er dennoch will, dass etwas ganz anderes in der Kirche an erster Stelle steht.

«In der Bibel wird Ehe allein als Verbindung von Mann und Frau verstanden.»

Als Methodist/innen ist uns bewusst, dass die Hinwendung zu Jesus auf den Weg der Heiligung führt. Jede/r hat seine «Baustellen» im Lichte Gottes und wir sind berufen, Jesus immer ähnlicher zu werden, unser Leben ganz auf ihn auszurichten und immer mehr von ihm prägen zu lassen. Das offenbarte Wort Gottes und das Leben von Jesus zeigen uns Gottes Bestimmung für die Welt und die Menschen.

 

Beschränkte Erkenntnis
Wenn ich die Auseinandersetzung betreffend des Umgangs mit Homosexualität beobachte und persönlich mit Menschen unterschiedlicher Herkunft spreche, stelle ich immer wieder fest, dass die Ansichten und Überzeugungen zur Sexualität von der kulturellen Herkunft, dem sozialen und religiösen Umfeld, den persönlichen Erfahrungen wie dem Bibelverständnis geprägt sind. Das macht mir bewusst, dass meine Erkenntnis nur «Stückwerk» ist, ich deshalb umso mehr auf Gottes Offenbarung in seinem Wort durch den Heiligen Geist als Referenz und oberste Autorität meines Denkens und Handelns angewiesen bin.

 

Ehe nach Gottes Plan
In 1. Mose 2,27 steht: «So schuf Gott den Menschen als sein Abbild, ja, als Gottes Ebenbild; und er schuf sie als Mann und Frau. Er segnete sie.» Gott segnete die ersten Menschen als Mann und Frau. Zur geoffenbarten Gottebenbildlichkeit des Menschen gehört die Polarität von Mann und Frau. So segnete er sie in dieser Verschiedenheit als gegenseitige Ergänzung. In der Bibel wird Ehe allein als Verbindung von Mann und Frau verstanden und der eheliche Segen einzig dieser von Gott gedachten Einheit zugesprochen. Im Alten wie Neuen Testament findet sich keine positive Aussage zur Sexualität ausserhalb der Verbindung von Frau und Mann in der Ehe. «Ehe für alle» ist zwar im gesellschaftlichen Trend, im göttlichen Design und Schöpfungsplan aber nicht vorgesehen.

 

Verwechslung in allen Lebensbereichen
Wir alle erfahren täglich die Realität des Lebens, wie unsere Beziehung zu Gott und die Gemeinschaft untereinander alles andere als gut ist. Die ganze Schöpfung seufzt und leidet darunter. Paulus zeigt in Römer 1,18-2,1, dass das Problem der Sünde eine Verwechslung, eine Vertauschung ist: Anstatt den Schöpfer zu lieben und zu ehren und das Geschaffene mit Wertschätzung zu gebrauchen, beten wir das Geschöpf an. Wir beten die Götzen der Geldgier, der Macht, des Egoismus, der Selbstverwirklichung, des Erfolgs an. Paulus zeigt, dass diese Verwechslung bis in die menschliche Sexualität hineinreicht. Er warnt uns zugleich davor, mit dem Finger auf jemanden zu zeigen, weil drei auf uns selbst zeigen. Wir alle sind schuldig geworden vor Gott.

 

Einzigartige Berufung
Soll die Kirche sich durch den gesellschaftlichen Trend bestimmen lassen oder durch Gottes offenbartes Wort, unter Einbezug von kirchlicher Tradition, sowie Vernunft und Erfahrung? Wozu sind wir berufen? Jesus sagt: «Macht das Reich Gottes zu eurem wichtigsten Anliegen, lebt in Gottes Gerechtigkeit, und er wird euch all das geben, was ihr braucht.» (Matth. 6,33)
Die Nöte und Beziehungsprobleme in den Familien, der Kirche, der Gesellschaft, Kriege, Hunger, dass Menschen zur Flucht getrieben werden, Umweltzerstörung, Machtmissbrauch, Ausbeutung aller Art, ... – dies alles sind Folgen der kaputten Beziehung zu Gott, der Menschen untereinander und zu sich selbst. «Macht das Reich Gottes zu eurem wichtigsten Anliegen, lebt in Gottes Gerechtigkeit!» So dass mehr Menschen das ewige Leben und die Freiheit in Christus an Leib und Seele erfahren können. Das ist die einzigartige Berufung aller, die Jesus Christus lieben und ihm nachfolgen, unabhängig davon, ob unsere Sichtweisen über Sexualität oder andere Fragen des Glaubens divergieren oder nicht.

 

Das Zentrum
Ich wünsche mir, dass wir in unseren Gemeinden einander wie Jesus annehmen und lieben, dass jede/r trotz der eigenen «Baustellen» Annahme, Wertschätzung und Erbauung zu Jesus hin erfährt. Und allein die Suche nach Gottes Reich und seiner Gerechtigkeit an erster Stelle steht und unser Handeln als einzelne und als Kirche bestimmt.

 

Werner Eschler

(dies ist die gekürzte Fassung eines Beitrags, den Werner Eschler für die Märzausgabe der Zeitschrift «Kirche und Welt» verfasst hat. Die ungekürzte Fassung lesen Sie hier.)

Mehr zum Thema:
Homosexuell und Christ?
In einer Themenreihe haben sich die Methodist/innen in Winterthur mit den Fragen auseinandergesetzt.

Zur ausserodentlichen Generalkonferenz
Eine Zusammenstellung wichtiger Beiträge und weiterführender Links zur ausserordentlichen Tagung der Generalkonferenz der weltweiten EMK Ende Februar.


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