Sie befinden sich hier: Startseite
suche

Verstand, Leidenschaft

"Wenn Menschen sich mehr von ihren Leidenschaften als von ihrem Verstand bestimmen lassen, ist wenig Gutes von ihnen zu erwarten."

John Wesley (1703 - 1791)

Samstag 11. Mai 2019 06:30Alter: 13 days
/ Kategorie: Weltweit

Bischofsrat prüft «neue Formen für die Einheit der Kirche»

Zum Abschluss ihres Treffens in Chicago wandten sich die Mitglieder des Bischofsrates der United Methodist Church (UMC) in einem gemeinsamen Schreiben an die Menschen ihrer Kirche. Sie drücken darin ihren Schmerz über die in den letzten Wochen zerbrochenen Beziehungen und ihre Mitverantwortung daran aus. Sie haben eine Gruppe eingesetzt, die Gespräche über die Zukunft der Kirche begleiten soll.

Bischof Grant Hagiya (r.), segnet den pensionierten Bischof David Yemba im Rahmen der Erneuerung der Taufgelübde durch die Bischöfe zum Abschluss der Frühjahrstagung des Bischofsrates. (Bild: Heather Hahn, UMNS)

«Bischöfe sind keine Richter oder Gesetzgeber» heisst es in der Erklärung, die die Mitglieder des Bischofsrats am 9. Mai gemeinsam abgaben. «Bischöfe sind Prediger, Lehrer, Hirten, Vermittler und Missionsstrategen, die Geistliche ernennen und jährliche Konferenzen leiten, um Jünger zu gewinnen und so Welt zu verändern.»

 

Bekennen, anerkennen, unterstützen

In ihrem «prophetischen  Zeugnis» rufen die Bischöf/innen auf, das Leid, das einander zugefügt wurde, zu bekennen, die dadurch entstandene Trauer anzuerkennen und die Vision zu unterstützen, die sich an der Verheissung ausrichtet, dass Gott Neues schafft (Jesaja 43,19). Angesichts belastend schwierigen Zeiten, in denen sich die Kirche befinde, prüfe der Bischofsrat «Modelle und Pläne für neue Formen der Einheit». Die Gespräche darüber, die in der ganzen Welt bei den Methodist/innen der UMC stattfinden, möchte der Bischofsrat begleiten. Dazu hat er ein «Team dienender Zuhörer/innen» eingesetzt.

Hintergrund des Schreibens ist die an der ausserordentlichen Generalkonferenz im Februar Entscheidung einer Mehrheit der Delegierten, in Fragen der Homosexualität eine traditionelle Haltung  bekräftigt wurde und zugleich kirchenrechtliche Sanktionen gegen Pfarrpersonen und Bischöf/innen beschlossen wurden, die dem nicht Folge leisten. Die Entscheide werden weltweit bei Methodist/innen kontrovers diskutiert.

 

Fragenfelder
Einen grosser Teil des Treffens der Bischöf/innen fand nicht öffentlich statt. Im Zentrum ihrer Beratungen standen dabei die folgenden Fragen:

  • Wie können wir die Hoffnung in den Mittelpunkt unseres Lebens und Handelns stellen?
  • Welche Modelle und Pläne werden besprochen, wo finden Gespräche statt und wie können wir sie begleiten?
  • Wie unsere Teilnahme an solchen Gesprächen offen mitteilen und transparent machen?
  • Wo verstehen wir «Leitung» in unseren Jährlichen Konferenzen, und wie leiten wir diese?
  • Wo gibt es Schmerzen in unseren Bischofsgebieten?
  • Was ist der Kern des Evangeliums, das wir teilen?
  • Wie können Mission, Vision und Ziel des Wegs in die Zukunft weiterhin als prophetische Herausforderung für uns dienen?

 

Alarmierende Spendenentwicklung
An ihrem Treffen erhielten die Bischöf/innen auch einen Einblick in die aktuelle Spendenentwicklung vornehmlich in den USA, aus denen ein Grossteil der Kosten für die gesamtkirchlichen Behörden und Dienste getragen wird. Für Moses Kumar, Vorsitzender  der Kommission für Finanzen und Verwaltung der weltweiten EMK (GCFA), sind die Zahlen alarmierend: Wenn sich der aktuelle Trend beim Spendenaufkommen fortsetze, sagte er, werde für den Fonds, der die Bischöf/innen unterstützt, nur 76.3% der benötigten Gelder zusammenkommen. Für den Fonds, der die anderen weltweiten Behörden und Kommissionen unterstützt, würden sogar nur 74,4% zusammenkommen. Zum Vergleich: In der Finanzkrise 2009 sank die Sammelquote auf 84%.

 

Weltweite Kirche bleiben
Inmitten dieser beunruhigenden Nachrichten, formulierte Bischof Kenneth H. Carter, Präsident des Bischofsrates, die Hoffnung auf eine hellere Zukunft unter der Leitung des Heiligen Geistes: «Etwas stirbt – und etwas Neues wird geboren», sagte er dem United Methodist News Service. «Unter all den Menschen, mit denen ich spreche, sind sehr wenige, die den status quo beibehalten wollen.» Dagegen höre er immer wieder den Wunsch, eine weltweite Kirche zu bleiben. «Möglicherweise werden in einer anderen Weise eine weltweite Kirche sein», sagte Carter.

 

Pressemitteilung des Bishofsrates (engl.)
Schreiben des Bischofsrates (PDF, engl.)

Video zum schreiben des Bischofsrates (engl.)


S.F.
Quelle: Heather Hahn, UMNS

 

Dienende Zuhörer/innen

Elf Bischöf/innen gehören dem vom Bischofsrat eingesetzten Team an, das weltweit jene Gespräche begleiten soll, in denen über die Zukunft der UMC gesprochen wird. Das Team wird von Bischof Kenneth H. Carter (USA), Präsident des Bischofsrats, und Bischöfin Cynthia Fierro Harvey (USA), designierte Präsidentin, einberufen. Die weiteren Mitglieder des Teams sind die Bischöf/innen Rudy Juan (Philippinen), Hee-Soo Jung (USA), Bill McAlilly (USA), Cynthia Moore-Koikoi (USA), Bruce Ough (USA), Harald Rϋckert (Deutschland), Elaine Stanovsky (USA), James Swanson (USA) und John Yambasu (Sierra Leone).


News EMK Schweiz

23.05.2019

Ferien für junge Spione und andere Entdecker

Wie und wo können Kinder Gott kennenlernen und gute Glaubenserfahrungen machen? Umfragen zeigen:...

22.05.2019

Tagung der Jährlichen Konferenz Tschechien-Slowakei

Die Jährliche Konferenz Tschechien-Slowakei tagte vom 17. bis 19. Mai 2019 in Prag. Im...

17.05.2019

Und plötzlich war die Tür offen

Pleven, mit rund 100'000 Einwohnern die siebtgrösste Stadt Bulgariens, ist das wichtigste...

United Methodist Church